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Sollrücklage in der WEG-Abrechnung

Sollrücklagen werden im Vermögensbericht der WEG-Abrechnung zur Darstellung der Sollbestände benötigt. Es bietet sich zum Zwecke der leichteren Nachvollziehbarkeit an, die Sollrücklagen detailliert zu buchen. Dadurch besteht auch die Möglichkeit, im Bereich „Entwicklung der Erhaltungsrücklage“ zusätzlich zur Entwicklung der reellen, beziehungsweise virtuellen Rücklagen, auch die Entwicklung der Sollrücklagen darzustellen.

Buchungskonten für die Sollrücklage

Für die Buchung der Sollrücklage benötigt man einen separaten Kontenbereich, der nur der Buchung der Sollrücklage dient. Dieser könnte beispielsweise folgendermaßen aussehen:

999000 Sollrücklage 1 [MIE] 999010 Sollrücklage 2 [MIE] 999020 Sollrücklage 3 [MIE] …
999001 Zuführung SollRL1 [] 999011 Zuführung SollRL2 [] 999021 Zuführung SollRL3 [] …
999002 Entnahme SollRL1 [] 999012 Entnahme SollRL2 [] 999022 Entnahme SollRL3 [] …
999003 Zinsen SollRL1 [] 999013 Zinsen SollRL2 [] 999023 Zinsen SollRL3 [] …
999004 KapESt. SollRL1 [] 999014 KapESt. SollRL2 [] 999024 KapESt. SollRL3 [] …
999005 SolZ. SollRL1 [] 999015 SolZ. SollRL2 [] 999025 SolZ. SollRL3 [] …
… … … ...

[MIE] Konto der Kontogruppe MIE                                          [] Konto der Kontogruppe [Leer]

Die Konten 999000, 999010, 999020 können bei Bedarf bis 999090 erweitert und so maximal zehn separate Sollrücklagen abgebildet werden. Die letzte Ziffer der Konten dient der Trennung der einzelnen Positionen. Auch hier kann die Nummerierung bis neun fortgesetzt, mithin neun Positionen je Sollrücklage unterschieden werden.

Buchung der Sollrücklage

Minimal sollte man für die detaillierte Buchung der Sollrücklage Summenbeträge für die einzelnen Positionen wie Zuführung, Entnahme, Zinsen etc. ermitteln und getrennt buchen. Die Buchung erfolgt dann mit folgendem Buchungsschema (hier beispielhaft für die Sollrücklage 1):

Anfangsbestand:
Valuta: Ende des Vorzeitraumes – 980000 (Vortrag Sachkonten) gegen 999000 im Soll
(bei positivem Bestand, bei negativem Bestand entsprechend im Haben)
Hinweis: Der Vortrag muss, wie bei den reellen Geldkonten, nur einmalig zum Beginn gebucht werden.

Zuführung:
Valuta: Datum im Abrechnungszeitraum - 999001 gegen 999000 im Soll

Entnahme:
Valuta: Datum im Abrechnungszeitraum - 999002 gegen 999000 im Haben

Zinsen:
Valuta: Datum im Abrechnungszeitraum - 999003 gegen 999000 im Soll

Kapitalertragssteuer:
Valuta: Datum im Abrechnungszeitraum - 999004 gegen 999000 im Haben

Solidaritätszuschlag:
Valuta: Datum im Abrechnungszeitraum - 999005 gegen 999000 im Haben

Ausweis der Sollbestände im Vermögensbericht der WEG-Abrechnung

Um die Sollbestände der Rücklagen im Vermögensbericht der WEG-Abrechnung auszuweisen, ist es erforderlich, die Sollrücklagekonten, aus dem vorgeschlagenen Musterkontorahmen sind das die Konten 999000, 999010, 999020 etc., als Sollbestandskonten in der Abrechnungsschablone zu hinterlegen.

Dies führt im Vermögensbericht zu folgender Ausgabe:

Ausweis der Entwicklung der Sollrücklage in der WEG-Abrechnung

Für den Ausweis der Entwicklungen der Soll-Erhaltungsrücklagen ist es erforderlich, je Rücklage eine separate Rücklagenentwicklungsschablone zu erstellen. In dieser verwendet man in den einzelnen Zeilen die Konten aus vorgenanntem Kontenbereich. Solch eine Rücklagenentwicklungsschablone könnte, hier wieder beispielhaft für die Sollrücklage 1, wie folgt aussehen:

Filter sind hier nicht erforderlich. Zu beachten ist lediglich, dass die Checkbox „negativ Ausgeben“ genau invers zu den Rücklageentwicklungspositionen einer reellen Rücklage zu verwenden ist.

Nach Erstellung der Rücklagenentwicklungsschablonen müssen diese noch in der Abrechnungsschablone zugeordnet werden, hier beispielsweise für eine Sollrücklage.

Nach einer Neuberechnung des Abrechnungssets sind dann die Sollrücklagenentwicklungen in der WEG-Abrechnung enthalten.